• Alessia Büchel

Self Drive Safari: Teil 3

Aktualisiert: 19. Juni 2021

Tag 5: Solitaire - Walvis Bay

Wie immer war es recht frisch am Morgen und Michael machte uns ein schönes Feuer, an welchem wir uns aufwärmen und frühstücken konnten. Heute stand nicht viel auf dem Programm, ausser 350km auf Schotterpisten nach Walvis Bay zu fahren und an zwei Photospots anzuhalten. Der erste Stopp war in Solitaire, einem klitzekleinen Ort (hat einfach nur eine Tankstelle und ein Guesthouse). Eigentlich ist hier, bis auf ein paar verrostete Autos, einfach gar nichts, aber genau auf die hatten wir es abgesehen. Der zweite Spot war ziemlich unspektakulär, trotzdem macht jeder Vorbeifahrende bei der Tafel "Tropic of Capricorn" ein Foto. Natürlich auch wir!

(Die Wikipediadefinition, falls jemand etwas damit anfangen kann: "Der Tropic of Capricorn ist der Breitengradkreis, der den Subsolarpunkt zur Sonnenwende im Dezember enthält.")





In Walvisbay angekommen machten wir uns auf die Suche nach der Wohnung, welches wir ausnahmsweise bereits im Vorfeld reserviert hatten. Da campen teurer gewesen wäre als auf Booking.com ein Zimmer zu buchen, entschieden wir uns wieder einmal ein Bett zu gönnen. An der Rezeption angekommen, wurden wir jedoch masslos enttäuscht. Trotz Buchungsbestätigung (ich habe sogar mit der Besitzerin noch einen Tag zuvor geschrieben bezüglich unserer Ankunftszeit) hat man das Zimmer anderen Gästen gegeben, da diese länger bleiben als wir. Wütend suchten wir kurzfristig eine andere Unterkunft und meldeten Booking.com diesen Vorfall. Als Wiedergutmachung bekamen wir innerhalb von wenigen Stunden einen 10 Euro Voucher für unsere nächste Buchung. Obwohl unsere Vorräte noch nicht aufgebraucht waren, zog es uns in den Supermarkt. Wir waren bei der riesigen Auswahl schon leicht überfordert, denn solch volle Regale hatten wir in Lateinamerika nur selten zu Gesicht bekommen. Von Rauch Eistee bis zu Aromat gab es wirklich alles was es Zuhause auch gibt. So gab es an diesem Abend mal wieder Michaels spektakuläre Wurstnudeln mit extra vielen Käsewürstchen. (Papa: Sogar TimTam's gibt es hier!)

Tag 6: Walvisbaay - Spitzkoppe

Am nächsten Morgen wurde zuerst einmal das Auto ausgeräumt, da es ein einziges "Puff" war und wir nichts mehr gefunden hatten. Mit einem neuen Ordnungssystem, welches uns beide überzeugt hat, gings dann zur Bucht in der Hunderte von Flamingos im Wasser standen. Zwar waren nicht alle so schön pink wie auf Aruba, doch eine solch grosse Anzahl auf einem Fleck zu sehen, kommt auch nicht alle Tage vor. Der Pink Lake lag direkt neben der Bucht und war wirklich pink, obwohl man es auf den Fotos nicht wirklich gut sieht. Es war jedoch auch nicht ein grosser See, sondern eher ein kleiner Streifen, der diese Farbe angenommen hatte und somit war das Ganze auch nur eher semispektakulär. Der nächste Stopp machten wir bei der Düne 7, der grössten Düne in Namibia. Beim Picknickplatz direkt unter dem Sandhügel gabs dann unsere Mittagssandwiches und wir genossen die Ruhe zwischen Sand und Palmen.



Weiter gings nach Spitzkoppe, zum wahrscheinlich schönsten Campingplatz auf unserer Namibiareise. Mitten zwischen den Felsen konnten wir uns einen der vielen Plätze aussuchen und entschieden uns für den Platz 7 mit herrlichem Blick auf die Spitzkoppe. Wir waren schon kurz nach Mittag voll eingerichtet, sodass wir den Nachmittag in unseren Campingstühlen mit Lesen und Wein trinken verbrachten. Es war so unglaublich ruhig, man kann es sich kaum vorstellen. Kein Wind, kein Vogel, keine Menschen, einfach nur Stille, was nach der Dauerbeschallung in Mittel-/Südamerika Balsam für unsere Ohren war. Kurz vor Sonnenuntergang kletterten wir zum berühmten Steinbogen und genossen die Aussicht auf die Felsen. Anschliessend wurden die marinierten Rips auf den Grill geworfen und ich backte das Schlangenbrot über dem Feuer. Es war ein rundum perfekter Abend und immer wieder riefen wir uns in Erinnerung, was für ein geiles Leben wir doch haben.


Tag 7: Spitzkoppe - Swakopmund

Mit der wohl schönsten Aussicht wachten wir am nächsten Tag auf. Auch heute stand ein gemütlicher Tag an, sodass wir uns mit Zmörgala richtig Zeit liessen. Bevor wir den Park wieder verliessen, drehten wir nochmals eine Runde auf dem gesamten Areal. Man konnte von dieser Landschaft einfach nicht genug bekommen!


Die nächste Station war Swakopmund an der Atlantikküste. Kaum fuhren wir in die Stadt, wurden wir vom einem dicken Nebel "aufgefressen". Es war so richtig kalt und der Nieselregen machte das ganze auch nicht viel besser. Hätte Michael nicht die "Little Five Tour" für den nächsten Tag gebucht, wären wir schon längst wieder von diesem Fleck verschwunden. Der Ort selber wäre sicher schön, wenn es 20 Grad wärmer wäre und die Sonne scheinen würde. Aber so sah er einfach nur trostlos aus. Abends gings dann ins Brauhaus, wo wir uns eine Gulaschsuppe und eine Portion Schnipo gönnten. Für Michael gabs selbstverständlich noch zwei, drei Krüge Bier dazu. Die nicht so clevere Entscheidung all unsere Kleidung in die Wäscherei zugeben, wurde uns dann abends zum Verhängnis. Michael hatte bis auf seine Regenjacke nichts Langes mehr anzuziehen und auch ich versuchte mit Hilfe des Zwiebelsystems zwei T-shirts und ein Longsleeveshirt zu etwas Warmen umzuwandeln.




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