• Alessia Büchel

Self Drive Safari: Teil 1

Aktualisiert: 19. Juni 2021

Tag 1: Windhoek - Keetmanshoop

Wirklich schlafen konnten wir nicht. Nicht nur auf Grund der Aufregung, sondern mehr wegen des Jetlags, der sich einfach nicht vertreiben liess. Trotz der Übermüdung konnten wir kaum ruhig auf dem Stuhl im Büro der Autovermietung sitzen, zu sehr freuten wir uns auf die kommenden 4 Wochen. Doch bevors dann wirklich los gehen konnte, hörten wir uns satte 2,5h Warnhinweise und Erklärungen an. Zuerst zeigte man uns einen Film, in welchem die Quintessenz war: Fährst du zu schnell, stirbst du. Anschliessend wurden Verträge unterschrieben, Dokumente durchgelesen und sonstigen Papierkram erledigt, bevors dann zur Erklärung des Toyota Hilux überging. Das Auto war top in Schuss und der freundlich Angestellte nahm sich Zeit, alles ganz genau zu erklären und uns auch die dümmsten Fragen zu beantworten. Mit einem Zelt auf dem Dach und mit Gaskocher, Tisch, Stühlen, Wassertank und Kühlschrank ausgestattet, gings dann zuerst einmal in den nahgelegenen Supermarkt. Alles was uns anlächelte, wurde in den Wagen geschmissen, sodass wir die ersten paar Tage sicher nicht hungern müssen.


Um 10 Uhr waren wir dann wirklich "on the road" und schon zwei Kilometer ausserhalb der Stadt mussten wir einer Gruppe Affen ausweichen, welche es sich auf der Strasse gemütlich gemacht hatten und nicht mal im Traum daran dachten, sich ein anderes Plätzchen zu suchen. Von dort aus ging es auf der geteerten Strasse einfach mal 500 km gerade aus Richtung Süden. Es waren kaum Fahrzeuge unterwegs, doch wenn man aus dem Fenster blickte, sah man immer wieder Strausse oder Antilopen. Das "grosse" Wildlife werden wir wahrscheinlich erst im Norden zu Gesicht bekommen. Unsere erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Mitten von quiver trees, im Deutschen auch als Köcherbäume bekannt. Bevor wir uns dann um 7 Uhr ins Zelt verkrochen, wurde selbstverständlich noch ordentlich gegrillt und einen Wein geöffnet.


Tag 2: Keetmanshoop - Fish River Canyon - Lüderitz

Nach einen wahnsinnig kalten Nacht packten wir am nächsten Morgen unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Fish River Canyon. Heute war "off-roaden" angesagt, das hiess, wir mussten unseren Reifendruck verringern, um einen Platten vorzubeugen. Blöderweise funktionierte der Luftdruckmesser überhaupt nicht und zeigte uns bei jedem Reifen komplett andere Werte an. So liess Michael einfach mal nach Gefühl Luft raus, schaltete auf 4x4 und los ging die Fahrt. Die erlaubte Geschwindigkeit von 80km/h auf Schotterstrassen hingegen überschritten wir praktisch nie. Nicht nur weil ja laut dem Instruktionsvideo Gas geben tötet, sondern weil wir mit einem GPS Tracker ausgestattet waren und es richtig unangenehm hoch anfängt zu piepen, sobald man die Geschwindigkeitsgrenze übertritt. Da uns immer wieder Autos mit vollem Karacho entgegenkamen und man nur noch eine riesige Staubwolke in der Ferne erkennen konnte, gingen wir mal davon aus, dass wir die Einzigen mit einer solchen Zusatzausstattung waren. Am Fish River Canyon angekommen, blieb uns zuerst einmal die Luft weg. Wir waren so überwältigt von dieser imposanten Schlucht, dass wir gar nicht mehr weg wollten. Doch da wir unbedigt vor Sonnenuntergang in Lüderitz sein mussten (Wild campen und im Dunklen fahren wird in Namibia nicht empfohlen), gings dann nach einem kurzen Spaziergang der Klippe entlang, ein paar Fotos und Drohnenfilme wieder weiter. Die letzten 250km zur namibische Küstenstadt verliefen auf geteerter Strasse, sodass wir die Reifen wieder nach Handgelenk mal Pi aufpumpen mussten. Das Wasserloch in der Nähe von Lüderitz, an dem anscheinend am späten Nachmittag unzählige Wildpferde sein sollten, war leider gähnend leer. Obwohl weit und breit nichts von den Pferden zu sehen war, wollte Michael unbedigt warten, da er davon überzeugt war, dass sie noch kommen würden. Da es schon ziemlich kalt war, entschied ich mich im Auto zu warten. Es ging nicht lange, da kam er mit einem riesigen Smile angerannt und rief: "d'Rössle kon, kum schnell!". Ja schlussendlich waren es zwei Strauss Vögel, sodass auch Michael einsah, dass an diesem Tag wohl keine Pferde mehr kommen werden.





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