• Alessia Büchel

"No woman, no cry"

Nein, einen Grund zum Weinen habe ich bestimmt nicht, höchstens aus Freude. Denn wir befinden uns nun im Geburtsland des wohl bekanntesten Reggae-Sängers der Welt und zwar auf der Karibikinsel Jamaika. Viele assoziieren diesen Ort mit Cannabis und in der Tat hängt stets ein markanter Duft in der Luft. Doch wie ich gelesen habe, ist das Konsumieren, Besitzen und Verkaufen dieser Pflanze gar nicht so legal wie man vielleicht meint. Zwar darf man eine kleine Menge für den Eigengebrauch besitzen, doch das Konsumieren in der Öffentlichkeit wird mit 500 Jamaikanischen Dollar bestraft (ca. 3 Fr.). Ob dies hier wirklich so genau kontrolliert wird und ob diese Geldbusse abschreckend wirkt, bezweifle ich. Rastafari sind jedoch von diesen Regeln ausgenommen und dürfen Cannabis legal für religiöse Zwecke nutzen.

Da Jamaika natürlich noch viele andere Dinge zu bieten hat, haben wir beschlossen, uns ein wenig Luxus zu gönnen und für 2,5 Wochen ein Auto zu mieten. Dass Autofahren auf dieser Karibikinsel alles andere als entspannend ist, haben wir aber schnell bemerkt. Viel Verkehr herrscht eigentlich nicht, doch die Überholmanöver sind zum Teil wirklich geisteskrank . Schon des Öfteren mussten wir auf den Pannenstreifen ausweichen, da ein Verrückter auf unserer Fahrbahn entgegen kam. Durchzogene Mittellinie, Kurven und rote Ampeln werden systematisch ignoriert, vor allem von den Lastwagenfahrern. Bei klarem Verstand sind hier längst nicht alle und deshalb muss sich Michael besonders konzentrieren, dass wir heil am Ziel ankommen. Gemütliches Autofahren geht anders.




9 Miles

Das kleine Dörfchen Nine Miles befindet sich im Landesinnere und ist der Geburtsort der Reggae-Legende Bob Marley. Dass wir diesen Ort gerade an seinem Geburtstag, am 6. Februar, besuchten, war ein glücklicher Zufall und überhaupt nicht geplant. Unser Guide, welcher uns durch das Mausoleum und Geburtshaus von Herrn Marley führte meinte, dass üblicherweise über 600 Menschen an seinem Geburtstag hierher reisen würden und dass sich an einem normalen Tag zwischen 300-400 Touristen an diesem Ort tummeln. Schwer vorstellbar, denn bis auf ein weiteres Pärchen waren wir mutterseelenalleine. Bevor wir aber ans Grab von Bob Marley treten durften, machte uns der Guide mit den 3 W's. bekannt. Im Mausoleum sind nur "WWW" erlaubt und das heisst "We, Weed, Water", also "Wir, Marihuana und Wasser". Um Bob seine letzte Ehre zu erweisen, sollte man eigentlich einen Joint rauchen. Da wir ja noch eine steile Bergstrasse runterkurven mussten, verzichteten wir darauf. Natürlich gab es zum Geburtstag der Legende ein Stück "Kuchen" auf den Weg. Ob wir den wirklich probieren wollen, wissen wir jedoch noch nicht. Bis jetzt steht er unberührt im Kühlschrank.


Luminous Lagoon

In Jamaika befindet sich eine der vier grössten Biolumineszenz Buchten der Welt. Als Biolumineszenz bezeichnet man die Lichterzeugung durch Lebewesen und in diesem Fall handelt es sich um eine spezielle Planktonart. Durch Wellen oder andere Wasserbewegungen (zum Beispiel wenn man ins Wasser springt) werden diese Lebewesen gereizt und erzeugen Licht. So kommt man hier bei Nacht in den Genuss eines hellblau leuchtenden Meeres. Das Ganze auf Foto festzuhalten erwies sich aber als eher schwierig. Einzig bei der Motorschraube war es möglich, das Glitzern einigermassen einzufangen. Doch in unseren Köpfen ist dieses "magische" Phänomen eingebrannt und das ist ja schliesslich die Hauptsache.



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