• Alessia Büchel

Little Corn Island

Aktualisiert: 22. Apr. 2021

Nach einer entspannten Woche auf der grossen Maisinsel ging es für die letzten paar Tage mit der Fähre auf die Kleinere. Das Wort "Fähre" hier zu verwenden ist natürlich auch nicht ganz korrekt, denn es handelte sich mehr um eine Nussschale, in welche man mehr Menschen reinsetzte als es überhaupt Platz hat. Dazu kamen selbstverständlich noch Reissäcke, Gemüse und Tiere aller Art. Während der Hahn ganz komfortabel in einem für ihn speziell angefertigten Holzkasten reisen durfte, wurde seine Frau in einen Sack gesteckt. Ich würde sagen, auch im Tierreich ist im Bereich "Gleichberechtigung" noch viel Luft nach oben. Dass wir bei dieser Überfahrt sehr wahrscheinlich ein wenig Wasser abbekommen werden, war uns bewusst und haben unsere elektronischen Geräte dementsprechend eingepackt. Dass wir jedoch nasser werden als unter der Dusche, haben wir aber nicht gerechnet. Gibt aber auch ziemlich sicher schlimmeres bei 30 Grad.



Auf der Insel gibt es weder Autos noch Motorräder und so sucht man auch nach Strassen vergeblich. Da uns das Hotel einen "Pick-up Service" versprochen hatte, waren wir schon recht gespannt wie das unter diesen Umständen vonstatten ging. Wir staunten bei der Ankunft also nicht schlecht, als ein Mann mit Schild und einer Schubkarre beim Steg auf uns wartete. Die Schubkarre ist DAS Transportmittel auf der kleinen Maisinsel. Mit ihr wird hier von Kind über Gemüse bis hin zum Fisch alles befördert. Auf Trampelpfaden durch den WaWa ging es auf die andere Seite der Insel, wo unser wunderschönes Bungalow bereits auf uns wartete.



Da die Insel nur eine Grösse von 3km2 hat, konnte man sie gut an einem Morgen umrunden und sich am Nachmittag ein schönes Plätzchen zum Ausruhen suchen. Schöne Plätze gibt es hier wie Sand am Meer, doch einer stach besonders heraus. Da dieser anscheinend noch keinen Name hat, nannten wir ihn liebevoll "the-best-beach-ever" und träumten unter den Palmen davon, hier ein Grundstück zu kaufen und ein paar Bungalows hinzustellen. Da uns das nötige Kleingeld fehlt und wir noch keinen Sponsor gefunden haben, müssen wir dieses Projekt wohl oder übel ein paar Jahre nach hinten verschieben. Aber davon träumen, darf man ja.



Michael liess sich die Gelegenheit die Unterwasserwelt zu entdecken selbstverständlich nicht nehmen und meldete sich für zwei Tauchgänge an. Ich genoss während dieser Zeit die Ruhe in der Hängematte und kühle mich im kristallklaren Wasser ab. So muss das Leben sein!

Abends gings dann entweder ins Dörfchen auf der anderen Seit der Insel oder ins Restaurant neben an. Da es natürlich auch keine Strassenlaternen gibt, war es beim Heimweg im Dunklen schon eine Herausforderung den richtigen Trampelpfad zu finden und sich nicht zu verirren. Das Geraschel aus den Büschen und das Knacken der Äste machten das Ganze noch abenteuerlicher.


Die nasse Kleidung von der Hinfahrt haben wir vor unserem Bungalow aufgehängt, doch auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit wurden diese bis zur Abreise nicht wirklich trocken. Michael vermutete in seiner Hose bereits Spinnen und andere Tierchen und entschied sie einfach hängen und ihrem Schicksal zu überlassen. Da ich davon überzeugt war, dass nicht mal Krabbeltierchen in solche stinkigen Kleider kriechen wollen und neue Hosen nicht unser Reisebudget passte, klopfte ich sie für den Herrn aus und kontrollierte überall, dass sich kein blinder Passagier darin befindet. Ein Terrarium hingegen will man aber Zuhause wieder haben, da soll noch einer durchblicken.



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