• Alessia Büchel

Entspannung am Pazifik

Die letzte Woche unseres Nicaraguaaufenthaltes verbrachten wir ganz gediegen in einem kleineren Hotel an der Pazifikküste in der Nähe von San Juan del Sur. Als die einzigen Hotelgäste konnten wir den Infinitypool mit Blick über den Ozean so richtig geniessen und bei 25$ pro Nacht für zwei Personen mit Frühstück kann man wirklich nicht viel sagen. Zudem hatten wir Zugang zu einer kleinen Küche in der ich mittags Schinkenkäsetoasts und Michael abends einen leckeren Znacht zubereiten konnten.

Obwohl es wirklich wahnsinnig heiss war und es eigentlich nichts schöneres gibt als faul am Pool zu liegen, konnte ich mich trotzdem ab und zu dazu überwinden einen Spaziergang zu machen. Dies schien aber vor allem für die Einheimischen sehr verstörend. Obwohl ich mit Käppli, Turnschuhen und einem Rucksack ausgestattet war und ich jetzt wirklich nicht das Gefühl hatte so verloren auszusehen, hielt praktisch jedes Auto oder Motorrad an und fragte mich ob sie mir helfen können oder mich irgendwo hinbringen sollen. Bei der Antwort, dass ich einfach ein wenig herumlaufe, konnte man die Fragezeichen über ihren Köpfen so richtig gut erkennen.

Zwischen San Juan del Sur und unserer nächsten Destination trennten uns nicht nur ein-zwei Hindernisse, sondern auch ein paar Bus- und Flugstunden. Um den Ticabus nach Costa Rica am frühen Morgen auf keinen Fall zu verpassen, entschieden wir uns die letzte Nacht nicht in unserem schmucken Hotel mit Klimaanlange am Meer, sondern in einem kleinen Zimmerchen in der Nähe der Bushaltestelle in Rivas zu verbringen. Da die Coronazahlen in Süd- und Mittelamerika stetig steigen und nach und nach Lockdowns ausgerufen werden, waren wir schon ein wenig auf Nadeln. Erst Anfang April hatte Costa Rica die Grenze zu Nicaragua geöffnet und da sie nun Höchstzahlen haben, hätten wir uns gut vorstellen können, dass sie die Grenzen von heute auf morgen wieder schliessen. Glücklicherweise war das nicht der Fall und so konnten wir ohne grösseren Probleme innerhalb von 10 Stunden nach San Jose reisen. Obwohl wir für unser Zielort "Dominikanische Republik" keinen Coronatest bräuchten, waren wir trotzdem gezwungen uns für einen Termin am nächsten Tag anzumelden. Da praktischen alle Flüge über die USA laufen und es dort keinen Transitbereich gibt, unterzogen wir uns den 13. Nasenabstrich. Das negative Ergebnis erhielten wir schon wenige Stunden später und so hatten wir das Gefühl, dass den zweiwöchigen all-inklusive Ferien mit Michaels Schwester Sarina und ihrem Freund Andreas nichts mehr im Wege steht. Doch es wäre natürlich kein "witweg" Blogbeitrag wenn alles reibungslos ablaufen würde. Um halb 10 Uhr abends wollten wir uns einen Uber bestellen, der uns zum Flughafen bringt. Doch da in San Jose auf Grund des grossen Verkehrs nur jeweils Autos mit bestimmten Kennzeichen fahren dürfen und blöderweise um 9 Uhr die Ausgangssperre beginnt, war es unmöglich einen Fahrer für uns zu gewinnen. Glücklicherweise konnte uns die Hostelbesitzerin noch kurzfristig einen Taxifahrer organisieren, sodass wir doch noch rechtzeitig am Flughafen ankamen. Nach dem ganzen Check-In und Sicherheitskontrollenprozedere sassen wir startklar am Gate und warten nur noch darauf endlich an Board gehen zu können. Plötzlich wurde jedoch mein Name ausgerufen und ich musste mit meinem Handgepäck nach vorne kommen. Alles andere als diskret wurde ich vor den Augen aller Passagiere von oben bis unten durchsucht und mein Laptop, E-reader und mein Handy wurden einem Sprengstofftest unterzogen. Selbstverständlich hat man nichts gefunden.


Nach einem relativ kurzen Flug landeten wir in Florida. Nach der Passkontrolle freuten wir uns schon, dass alles so reibungslos abgelaufen ist. Diese Freude wurde jedoch bald zerstört, als wir nichtsahnend mit unserem Gepäck zum Ausgang steuerten und uns plötzlich ein Zöllner aufforderte mit ihm in den Raum nebenan zu kommen. Da wir innerhalb kürzester Zeit dreimal von einem lateinamerikanischen Land in die USA geflogen sind und uns hier jeweils nur wenige Stunden aufhielten, konnten wir uns gut vorstellen, dass dies ein wenig verdächtig aussehen könnte. Unser Gepäck wurde so richtig gefilzt und wir wurden mit Fragen durchlöchert. Vor allem die Destinationen Ecuador und Kolumbien schienen den Zöllner besonders zu interessieren und mussten beinahe einen detaillierten Ablauf inklusive Unterkunft über unsere Zeit in diesen beiden Ländern erläutern. Glücklicherweise ging unser Weiterflug erst fünf Stunden später, sodass wir alle Fragen ohne nervös zu werden beantworten konnten.


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