• Alessia Büchel

"Lake Atitlan hats uns nicht angetan"

"The most beautiful place in Guatemala", "Ein Ort des Ankommens und nicht mehr weg wollens. Ein Ort, der unter die Haut geht und mich aufgrund seiner Schönheit bis heute in seinen Bann zieht.", "Der schönste See der Welt.", dass waren so Sätze die wir auf diversen Reiseblogs immer und immer wieder zu lesen bekamen. Dementsprechend waren unsere Erwartungen auch sehr hoch und konnten es kaum erwarten, nach der anstrengenden Acatenango Wanderung endlich dort anzukommen und zu entspannen. Und tatsächlich, der Ort San Pedro am Lake Atitlan ging uns wirklich unter die Haut und war einfach atemberaubend. Atemberaubend im Sinne von: Es stinkt so nach Hundescheisse, man bekommt fast keine Luft mehr. Ja wir waren im ersten Moment schon ziemlich enttäuscht, denn das Dorf war einfach nur voller Mülll und die Gebäude waren lieblose Betonklötze. Es hatte null Charme und in den engen Gassen roch es fürchterlich. Wir wollten dem See noch eine zweite Chance geben und fuhren deshalb verschiedene Dörfer rund um den Atitlan mit dem Boot an. Da in den Reiseblogs vor allem San Marcos total "gehyped" wird, gingen wir dort auch von Board. Lang jedoch hielten wir es an diesem Fleck nicht aus. Obwohl auch wir die Natur lieben und uns mit ihr verbunden fühlen, war uns das Ganze dort schon zu viel des Guten. So ganz ohne Wollpullover und kunterbunten Accessoires fühlten wir uns total fehl am Platz und verabschiedeten uns nach einem Kaffee von diesem, nach unserem Geschmack, zu alternativen Aussteigerdörfchen.


Zurück in San Pedro fragten wir uns natürlich schon, ob wir vielleicht einfach zu verwöhnt sind und die Schönheit dieses Sees nicht erkennen können. Denn unserer Meinung nach ist der Walensee tausend Mal eindrücklicher und auch jeder andere See der Schweiz hat mehr zu bieten. Im Hotel trafen wir auf ein bayrisches Pärchen, welches noch enttäuschter schien als wir. Auch sie dachten, dass sie die Einzigen sind die die Vollkommenheit des Lake Atitlan nicht sehen können und reisten deshalb frühzeitig ab.


Indian Nose

Das Einzige was uns so richtig gut gefallen hat, war die Sonnenaufgangswanderung zur Indian Nose. Naja Wanderung ist ein wenig übertrieben, es ging einfach vierzig Minuten steil hoch und dann waren wir bereits oben. Die Aussicht war echt der Wahnsinn und der Felsen direkt über dem See bot sich als idealer Photospot an. Unser Guide legte sich extrem ins Zeug und gab uns Anweisungen wie wir auf dem Stein posieren sollten. Als wir dann auch noch auf dieser kleinen Fläche zusammen hochspringen sollten, wurde es uns dann zu gefährlich und stiegen wieder runter. Da wir mit ÖV anreisten, mussten wir uns ein wenig gedulden bis wir uns wieder ins Bett fallen lassen konnten. Nach einer zwanzig minütigen Wartezeit irgendwo im niergendwo am Strassenrand, tauchte plötzlich ein "Collectivo" auf. Leider war dies schon "pumpavoll", sodass Michael und ich mich schon wieder an den Strassenrand setzten wollten. Unser Guide hingegen sah das Problem nicht und wies uns darauf hin, dass auf dem Dach, neben dem Karotten- und Randensack, noch genügen Platz ist. So geschah es also, dass wir die holprige Fahrt hinunter zum Bootssteg auf dem Dach eines Transporters mitmachten. Eine einzigartige Erfahrung, welche Zuhause unvorstellbar wäre.


Obwohl das Street Food in San Pedro spitze war und die Vulkane um den See von Weitem gesehen wirklich ein tolles Panorama bilden, hat uns die Lake Atitlan Gegend nicht wirklich überzeugt. Dennoch hat sich die Zeit hier am See gelohnt, denn nun hatte Michael keine Ausreden mehr und konnte endlich den Galapagosvideo fertigschneiden. Lehnt euch zurück und taucht erneut mit uns in diese unglaubliche Tierwelt ein: https://www.youtube.com/watch?v=Y8j06NsBKHM&t=23s


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