• Alessia Büchel

Sonne, Strand und Meer

In das kleine Dorf Puerto Viejo hatten wir uns bereits wenige Minuten nach der Ankunft verliebt. Bunte Häuser, Reggae Musik aus allen Ecken und ein grüner Duft in der Luft: Genau so stellt man sich die Karibik vor. Obwohl die Unterkunft eine einzige Katastrophe war (WC in der Küche und ein auf 35 Grad aufgeheiztes Zimmer ohne Klimaanlage), genossen wir die Zeit sehr und konnten uns kaum entscheiden, an welchem Strand wir es uns als erstes gemütlich machen sollten. Besonders beeindruckend fanden wir die Playa Negra, welche aus feinem schwarzen, vulkanischem Sand besteht. Ich machte den Fehler und legte mich mit dem ganzen Körper in das schwarze Pulver (ich wollte einen "Sandengel" machen). Obwohl ich bereits mehrmals im Meer baden war und gelegentlich auch mal dusche, finde ich jeden Tag erneut schwarzen Sand irgendwo am Körper. Auf der anderen Seite von Puerto Viejo befindet sich die Playa Cocles, welche sich durch den breiten Sandstrand auszeichnet und zu Fuss durch einen Dschungelpfad zu erreichen ist.

Wir wollten unser Auto natürlich voll auskosten und machten deshalb früh morgens einen Ausflug nach Manzanillo. Da man sich für den Besuch des Nationalparks in ein Buch eintragen musste, konnte ich erkennen, dass wir bis auf zwei weitere Gäste die einzigen im ganzen Park waren. Der Dschungelweg verläuft der Küste entlang und immer wieder kommt man an schönen Buchten vorbei. Während es sich das vorgegangene Touristenpaar bereits beim ersten Strandabschnitt gemütlich gemacht hatte, suchten wir nach der schönsten Bucht und scheuten keine Hindernisse. Der einzige Nachteil die ersten auf einem Dschungelweg zu sein, sind die Spinnennetzte. Nach der 50 minütigen "Wanderung" sah ich aus wie eine Zuckerwatte und freute mich riesig, endlich ins Meer hüpfen zu können. Während ich das kühle Wasser genoss, legte sich Michael mit seiner Kamera vor die Krabbenlöcher auf die Lauer. Die Begeisterung welche er für diese Krabbeltiere hegt, werde ich wahrscheinlich nie nachvollziehen können. Nichtsdestotrotz gab es nach fünfzig Einsiedlerkrebsfotos doch noch ein Strandfoto von uns beiden. Als später dann der kleine Hunger aufkam, packte ich meine 5kg schwere Wassermelone aus dem Rucksack und bat Michael mir sein Sackmesser zu reichen. An seinem Blick konnte ich jedoch schnell erkennen, dass irgendetwas nicht stimmte. Da hat der selbsternannte Robinson Crusoe doch tatsächlich sein sonst immer griffbereites Victorinox im Auto vergessen. Als Genugtuung durfte er dafür die Melone den ganzen Weg wieder zurück zum Auto tragen.

Unser nächstes Ziel war Cahuita, 15km nördlich von Puerto Viejo. Da uns die Unterkunft so gut gefiel, verlängerten wir bereits bei der Ankunft nochmals um zwei Nächte. Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg in den Cahuita Nationalpark, welcher sich direkt neben unserem Hostel befand. Schon nach den ersten Metern kamen uns Waschbären entgegen und in den Bäumen hörte man die kreischenden Affen, welche von Ast zu Ast sprangen. Mittags machten wir es uns an einem einsamen Strandabschnitt gemütlich und packten die selbstgeschmierten Sandwiches aus dem Rucksack. Keine Minute später schlich sich ein hungriger Waschbär aus dem Gebüsch und versuchte uns doch tatsächlich das Essen zu klauen. Der Tierfreund Michael erklärte dem Dieb geduldig aber bestimmt, dass er das Weite suchen soll. Mit gesenkten Kopf zog er dann schlussendlich ab. Da schnorcheln im Nationalpark ohne Führer nicht erlaubt ist und ich mich lieber im sicheren Dschungel als im gefährlichen offenen Meer herumtreibe, ging ich spazieren, während Michael mit einer kleinen Gruppe zu verschiedenen Riffen fuhr. Ganz begeistert kam er zurück und erzählte mir von den vielen Fischen, den Stachelrochen und den Haien die er in der Unterwasserwelt entdeckt hatte. Obwohl das eigentlich bereits genug Action für einen Tag war, vergass der 150kg Guide doch tatsächlich vor dem Hineinspringen die Leiter ins Wasser zu stellen. So durfte Michael den Helden spielen, indem er sich ins Boot hochhievte, die Leiter befestigte und so die ganze Gruppe aus dem Meer rettete.




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