• Alessia Büchel

Self Drive Safari: Teil 7

Tag 20 -23: Katima Mulilo - Chobe Nationalpark Zwei Nächte verbrachten wir am Zambezi Fluss an der Grenze zu Sambia. So gerne hätten wir einen Abstecher zu den Victoria Falls gemacht, welche nur wenige Kilometer entfernt gewesen wären. Leider sind die Landesgrenzen zu Simbabwe und Sambia wieder seit einigen Wochen zu, sodass wir dies zu einem späteren Zeitpunkt mal nachholen müssen. Bis auf etwa 40 Affen, waren wir die einzigen im Camp. Anfangs waren diese süssen Dinger noch amüsant, aber mit der Zeit wurde es dann schon richtig anstrengend. Michael liess seine Bierdose für einen Moment auf dem Tisch stehen und schon nuggelte einer daran. Auch meine Cornflakes mussten daran glauben, als ich nur kurz die Milch im Autokühlschrank (2 Meter Entfernung) verstauen wollte.



Da wir am darauffolgenden Tag die Grenze zu Botswana überqueren wollten, musste mal wieder ein PCR Test gemacht werden. Bereits am Nachmittag sollten wir das Ergebnis per Mail erhalten, doch wie es halt so ist, klappte dies mal wieder nicht. So fuhren wir am nächsten Morgen anstatt zur Grenze zurück zum Labor und fragten nach, wo unsere Resultate geblieben sind. Die Laborangestellte entschuldigte sich und meinte, dass sie gestern so viele Tests gemacht hätten und sie nur den positiv getesteten Bescheid gegeben hätte. Wir wären die einzigen mit einem negativen Resultat und sie habe uns deshalb komplett vergessen. Natürlich waren wir erleichtert, dass wir den Test mal wieder "bestanden" hatten, dennoch war uns ein wenig mulmig zumute bei diesen vielen positiven Fällen. Schon im Internet hatten wir gesehen, dass die Zahlen in Namibia explodieren und dass einige namibische Regionen bereits wieder im Lockdown sind. Gerüchte zufolge könnten die Landesgrenzen jeden Moment geschlossen werden und so hofften wir einfach, dass wir es gerade noch rechtzeitig nach Botswana und wieder zurück nach Namibia schaffen, bevor dieses Szenario eintritt. Mit dem ausgedruckten Testresultat im Gepäck gings dann zur Ngoma Grenze. Auf der namibischen Seite verlief alles sehr unkompliziert und schnell, auch auf der botswanischen Seite gab es keine grösseren Probleme. Was uns aber überrascht hat, war der Schnelltest, welchen wir vor Ort machen mussten. Dies sogar kostenlos (wo gibt es denn schon in der heutigen Zeit was gratis?!). Anschliessend wurden wir ins Immigrationbüro geschickt, wo wir mal wieder eine kurze Herkunftsdiskussion hatten à la "What's your Nationality? German?". Anschliessend wollte sie von uns wissen, ob wir ein Visum brauchen würden für Botswana. Als wir dies verneinten, verlangte sie von uns, dass wir dies beweisen sollen. Wir machten ihr dann klar, dass es erstens ihr Job wäre uns zu beweisen, dass wir ein Visum brauchen und zweitens würde unser Land nicht auf dem grossen, selbstgeschriebenen Plakat hinter ihr stehen. Irgendwann sah auch sie ein, dass wir ohne Visum einreisen können. Da wir uns nicht sicher waren, ob man in Botswana wie in Namibia auf der linken Seite fährt, fragten wir einen Zöllner. Er meinte, dass man hier rechts fährt. Als wir dann wieder im Auto sassen und über die Grenze fuhren, fragten wir noch einen anderen Zöllner, da uns das trotzdem irgendwie komisch vorkam. Auch er meinte aber, dass man in Botswana auf der rechten Seite fährt. Als wir uns dann auf der Schnellstrasse befanden, wurde uns dann ziemlich schnell klar, dass man in Botswana trotzdem auf der linken Strassenseite fährt. Das hat mal wieder gezeigt, dass die links-rechts Schwäche nicht nur Frauen betrifft.

Botswana hat uns bereits in den ersten 5 Minuten in seinen Bann gezogen, als direkt vor uns drei Elefanten die Hauptstrasse überquerten, als wäre dies das normalste auf der ganzen Welt. Wie musste es dann in den Pärken zu und her gehen? Diese Frage wurde wenig später von selbst beantwortet, als wir mit dem Auto in den Chobe Nationalpark fuhren. Es wimmelte nur so von Elefanten und Giraffen, man wusste gar nicht mehr wohin schauen. Auch eine riesige Büffelherde graste am Fluss und eine grössere Anzahl von Geier verschlang direkt neben dem Weg ein Tier. Aber nicht nur die Tierwelt, sondern auch die "Strassen" waren hier wild. Im Etosha Nationalpark in Namibia konnten wir gemütlich über Schotterpisten und feste Erdwege fahren, während hier die Strassen ausschliesslich aus Sand oder riesigen Steinen bestand. Zwischendurch endete der Weg an einem breiten Graben, an welchem man dann abschätzen musste: "Geht’s knapp oder geht’s knapp nicht?". Wir spekulieren ja darauf, dass der Park mit den umliegenden Autowerkstätten/Abschleppdiensten einen Deal am Laufen hat, denn das wäre mit Sicherheit ein boomendes Geschäft.

Da uns das Campen im Nationalpark selber viel zu teuer war (60$ pp pro Nacht im eigenen Dachzelt, die spinnen doch?!), entschieden wir uns ausserhalb zu nächtigen. Wir fanden einen wunderschönen Campingplatz direkt am Chobefluss und hatten dort sogar das schnellste Internet seit langem. Auch hier wimmelte es nur so von Affen und diese waren sogar noch frecher als jene von den beiden Nächten zuvor. Zwei Paprikas, Alufolie, eine Hand voll Nudeln und zwei Kartoffeln mussten daran glauben. Naja wenn man in der Wildnis lebt, muss man mit Verlust rechnen. Hauptsache der Wein und unsere Würste konnten wir erfolgreich verteidigen, sodass wir uns wieder einmal ein herrliches Abendessen zaubern konnten.

Auch am nächsten Tag fuhren wir in den Chobe, dieses Mal aber nach Savuti im Westen. Auch die Strasse dorthin war einfach nur Sand, doch Michael meisterte die Strecke mit Bravour. Am Horizont sahen wir plötzlich zwei Lastwagen und eine Planierraupe und freuten uns, dass der Weg nachher endlich besser wird. Erst als wir an den Fahrzeugen vorbeizogen wurde uns klar, dass diese in die selbe Richtung unterwegs waren und wir uns davor auf der "gemachten" Strasse befanden und es jetzt so richtig wild wurde. In Savuti war leider nicht viel los. Schon lange hatte es nicht mehr geregnet und praktisch alle Wasserlöscher waren ausgetrocknet. Das Highlight an diesem Tag waren mit Sicherheit die vier Löwen, welche unter einem Busch lagen. Da sie sich recht gut versteckt hatten, sah Michael sie zuerst gar nicht und wäre ohne meinem "Stopschrei" direkt über die Pfoten des Männchens gefahren. Am Nachmittag gings dann wieder zurück ins Camp, denn die holprigen Pisten im Park und die Sandstrassen haben uns schon ziemlich geschlaucht. Als wir jedoch den Kofferraum öffneten, um den Tisch und die Stühle auszuladen, kam uns ein Bierschwall entgegen. Durch die schlechten Strassenverhältnisse wurde der ganze Innenraum richtig durchgeschüttelt, sodass eine Bierdose explodierte, überall Cornflakes lagen, Toast zerfetzt wurde und die Chips nur noch Brösel waren. So hiess es leider putzen, statt entspannen.

Tag 23 - 24: Chobe Nationalpark - Elephant Sands Früh morgens besuchten wir nochmals den Chobe Nationalpark bevors dann Richtung Elephant Sands ging. Auf der langen, geteerten Strasse kam uns plötzlich ein Lastwagen entgegen, welcher uns mit Lichthupe von der Polizei warnen wollte. Diese Warnung kam leider zu spät und so wurden wir wenig später von der Strasse gewunken. Ein Polizist kam langsam auf unser Auto zugeschritten und meinte "You are so lucky, I didn't record properly. You are good to go!". Anscheinend wäre hier 80 gewesen, wir waren aber mit etwas über 100 unterwegs. Wir waren schon ein wenig überrascht, dass man so ehrlich zu Touristen ist und uns nicht einfach ein paar $ abgezogen hat. In das Elephant Sands Camp, welches wir am späteren Nachmittag erreichten, verliebten wir uns auf den ersten Blick. Am Wasserloch in der Mitte der Anlage plantschten Elefanten und auch hinter unserem Auto lief immer wieder ein Dickhäuter vorbei. Wir genossen es den Tieren zuzuschauen und entschieden spontan, hier nochmals um eine Nacht zu verlängern. Neben Elefanten gab es hier auch Pferde, an welchen vor allem Michael gefallen gefunden hat. Ich bin überhaupt kein Pferdemädchen und mag es gar nicht wenn mir diese Tiere zu nahe kommen und mich ansabern. Einfach nur eklig.



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