• Alessia Büchel

Reisestrapazen

Türkisblaues Wasser, Sandstrand, Sonnenschein und gutes Essen, so sah es bei uns die letzten drei Wochen aus. Obwohl alles wirklich traumhaft war, wollten wir endlich wieder weiterziehen und herausfinden was die Welt uns sonst noch so bieten kann. Während dies in der Pre-Coronazeit gar kein Problem war, da man einfach in den nächsten Bus oder Flieger einsteigen konnte und ein paar Stunden später an einem komplett anderen Ort war, ist es momentan sehr zeitaufwendig und nervenaufreibend. Zuerst einmal mussten wir abklären, welche Länder überhaupt ihre Grenzen geöffnet haben und anschliessend überprüfen, ob es bezahlbare Flüge dorthin gibt. Nach einigen Recherchen stand dann unser nächstes Reiseziel endlich fest: Kolumbien! Der Flug dorthin war nicht all zu teuer und die Einschränkungen im Land schienen nicht so dramatisch zu sein. Wie für praktisch jedes Land in Lateinamerika, brauchten wir auch hierfür einen Coronatest. Während die meisten Länder eine CPR Test verlangen, der nicht älter ist als 48h, mussten wir für Kolumbien nur einen haben, der nicht älter als 96h war. Easy Peasy dachten wir, da es sogar in Afrika möglich war, innerhalb von 2 Tagen die Ergebnisse zu bekommen. Guter Hoffnung ging es also zwei Tage vor dem Flug in die Klinik um das unangenehme Prozedere hinter uns zu bringen. Mit unseren vorgefertigten Spanischsätzen erklärten wir am Empfang unser Anliegen. Zur Sicherheit fragten wir dann doch noch nach, in wie vielen Stunden wir das Ergebnis abholen können. Die Antwort die wir aber daraufhin bekamen, gefiel uns aber so gar nicht: 3-4 Tage würde es dauern und gearbeitet wird nur von Montag bis Freitag. Na toll, was jetzt?!

Wir zerbrachen uns die ganze Nacht den Kopf, was wir nun tun könnten und entschieden uns schlussendlich für folgendes: Wir machen einen Antikörpertest (Ergebnis hat man in ein paar Stunden) und hoffen dass die Leute beim Check-In den Fackel nicht all zu genau anschauen und nur überprüfen ob irgendwo "SARS-CoV-2: negativo" steht. So könnten wir wenigstens nach Bogota fliegen. Dort würde man zwar den "falschen" Test sicherlich bemerken, doch ich denke wenn wir uns vor Ort bereit erklären einen PCR Test zu machen, wäre das wahrscheinlich kein all zu grosses Problem.

Uns war bewusst, dass unser Plan sehr experimentell war, dennoch wollten wir nichts unversucht lassen und es durchziehen. Blut wurde abgezapft, Flug gebucht, negatives Ergebnis bekommen, alles lief wie am Schnürchen. Doch der Titel des Blogbeitrags heisst ja nicht umsonst "Strapazen": Am Sonntagmorgen bevor es zum Flughafen gehen sollte, war der Flug plötzlich von der Abflugliste verschwunden. Die Flugnummer existierte nicht und wenig später bekam ich eine E-Mail, dass der Flug nicht durchgeführt wird. Grossartig!

Wir waren so richtig genervt von allem und hatten für den Moment auch gar keine Lust einen neuen Plan auszuhecken. Wir entschieden uns an den Strand zu gehen und am Abend nochmals das Internet zu durchforsten und nach einer Lösung zu suchen.

Gesagt, getan. Am Abend stiessen wir auf "Visitpanama", die offizielle Reiseseite des Landes und fanden, dass sich das alles sehr gut anhörte: Die Grenze werden am nächsten Tag geöffnet, Tests können direkt am Flughafen in Panama gemacht werden und es gibt nicht all zu viele Einschränkungen. Panama hatten wir so gar nicht auf unserem Radar, doch nachdem wir Bilder von San Blas gesehen hatten, war klar, dass wir dorthin mussten. Der 2,5h Flug war verhältnismässig sehr teuer, doch wir hatten eigentlich keine andere Wahl.

Zwei Tage später landetet wir in Panama City und erkannten gleich, dass hier ganz anders gearbeitet wird als in Mexiko. Alles ging routiniert und schnell von statten. Wir liessen uns testen, zwanzig Minuten später hatten wir das Resultat und konnten den Flughafen verlassen. Wir waren sehr beeindruckt von allem und ahnten nicht, dass am Tag darauf die nächste Enttäuschung auf uns wartete.



Nach einer erholsamen Nacht, waren wir voller Tatendrang und markierten auf Google Maps Reisebüros. So schnell wie möglich wollten wir auf die Robinson Crusoe ähnlichen San Blas Inseln und machten uns auf Weg um verschiedene Offerten einzuholen. Die überschwängliche Motivation war jedoch nur von kurzer Dauer. Schon nach 10 Minuten kehrten wir niedergeschlagen ins Hotel zurück: San Blas sei für Touristen im Moment nicht zugänglich und es wurde noch kein Datum für die Wiedereröffnung gesetzt. Auch andere Attraktionen, für welche "Visitpanama" im Internet geworben hat, scheinen immer noch geschlossen zu haben. Völlig frustriert legte ich mich ins Bett und zog die Bettdecke über meinen Kopf. Nachdem ich eine Stunde im Selbstmitleid gebadet und Michael mir gut zugeredet hatte, setzten wir uns an den Laptop und suchten nach einer Alternative.

Ob wir immer noch in Panama City Däumchen drehen oder es mittlerweile in eine Hängematte am Meer geschafft haben, seht ihr in unserem nächsten Blogbeitrag, der in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Falls ihr jedoch nicht so lange warten könnt und immer up-to-date sein wollt, solltet ihr uns unbedingt auf Instagram besuchen.



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