• Alessia Büchel

Regen im regnerischen Regenwald

Da die Reiseeinschränkungen für Costa Rica gelockert wurden und wir sowieso schon ein Flugticket nach San Jose hatten (Beim Ticketkauf von Mexiko nach Panama war ein Weiterflugticket nach San Jose nur 10$ teurer), beschlossen wir wieder Richtung Norden zu ziehen. Obwohl der Weiterflug mit Copa Airline bereits Ende Oktober gewesen wäre, buchte man uns in Panama City kostenlos auf den Flug am nächsten Tag um. Auch unsere Krankenversicherung reagierte blitzschnell, als wir sie um eine internationale Bestätigung baten, in der explizit die Abdeckung einer COVID Erkrankung aufgelistet ist. Nachdem wir dann noch das online Gesundheitsformular ausgefüllt hatten, waren wir startklar für unser nächstes Abenteuer.

Für die Planung unserer "Pura Vida"- Reise bekamen wir grossartige Unterstützung von unserm Topfan und einer der regelmässigsten Lesern der "witweg.li" - Webseite: Stefan. Obwohl der viel beschäftigte Mann sein Handy nur selten eingeschalten hat, schafften wir es mit Hilfe von Drittpersonen, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Da er das Land so gut wie seine Westentasche kennt, liessen wir uns von ihm beraten.

Leider machte uns der Hurrican Eta einen gewaltigen Strich durch unsere Reiseplanung. Vier Tage lang sassen wir in unserm Hotelzimmer in Monteverde fest, da es draussen wie aus Kübeln schüttete. Der Hurricane selber traf zwar auf das Nachbarsland Nicaragua, doch die Auswirkungen waren in ganz Mittelamerika zu spüren. Zudem war es richtig kalt, sodass wir trotz drei Decken und Pullover froren. Ja, Pura Vida hatten wir uns wirklich ein wenig anders vorgestellt.

Nach dem viertägigen Netflixmarathon mit Chips, Crackers und Wein konnte ich kaum glauben was meine Äuglein am Morgen des fünften Tages erblickten. Da schien doch tatsächlich ein feiner Sonnenstrahl zwischen den Vorhängen hindurch. Wie ein Toast aus dem Toaster sprang ich aus dem Bett, versicherte mich nochmals, dass das ganze kein Traum war und weckte den Siebenschläfer neben mir. Zwanzig Minuten später standen wir mit Wanderschuhen, und gepacktem Rucksack vor der Tür und machten uns auf den Weg zum Regenwald. Obwohl wir uns komplett verirrten und immer wieder an den gleichen Stellen vorbei kamen, genossen wir es an der frischen Luft zu sein und uns zu bewegen. Die Sonne war zwar schon längst verschwunden, doch da es nur ganz wenig regnete, beschlossen wir am Abend noch eine Nachtwanderung mit einem Führer zu unternehmen.

Zwei Stunden wanderten wir mit Taschenlampen durch den Regenwald und suchten nach Tieren. Michael und ich hatten fast keine Chance selber ein Tier zu finden, da diese sich in den Bäumen und Gestrüpp so gut tarnten. Unser Führer jedoch machte es uns möglich diverse Frösche und Vögel, sowie Faultiere, Taranteln und Schlangen zu entdecken. Vor allem die grüne Palmlanzenotter, welche sich direkt neben dem Wanderweg befand, hat es Michael besonders angetan. Da sich diese giftigen Tiere oft um grüne Zweige schlängeln, sind sie nur schwer zu erkennen und deshalb passiert es nicht selten, dass man von einer gebissen wird. Falls man an seinem Leben hängt, sollte nach einem solchen Biss innerhalb von 2-3 Stunden ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Obwohl wir eigentlich vor hatten mit ÖV durch Costa Rica zu reisen, änderten wir unseren Plan komplett. So schnell wie möglich wollen wir jetzt nach San Jose zurück und dort ein Auto mieten, damit uns ein solches "Festsitzen" nicht mehr passiert und wir flexibel dem schönen Wetter nachgehen können. Leider fährt auf Grund der wenigen Touristen nur noch drei Mal die Woche ein Bus von Monteverde nach San Jose (wieder ein Grund weshalb wir unbedingt ein Auto brauchen!), wie wir morgens um 5:30 an der Bushaltestelle erfuhren. Zwei Tage an diesem kalten und feuchten Ort zu bleiben wollten wir aber auf keinen Fall, deshalb entschlossen wir uns mit dem Nachmittagsbus nach Puntarenas zu fahren und am nächsten Tag von dort aus weiter nach San Jose. Wir sind gespannt, ob das alles so klappt und hoffen natürlich fest, dass wir bald am Strand liegen und unsere feuchte Kleidung endlich trocknen kann.




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