• Alessia Büchel

Selbstquarantäne im Dschungelparadies

Auf Grund der neuen Coronamassnahmen in unserem Heimatland Liechtenstein, wollten wir uns solidarisch zeigen und begaben uns 12 Tage in Selbstquarantäne. Wir verzichteten weitgehend auf soziale Kontakte, assen Pasta, hatten Klopapier auf Vorrat und wuschen uns mehrmals täglich, nicht nur die Hände, sondern den ganzen Körper. Unser Fazit nach dieser Isolierung: Gar nicht so übel, keine Ahnung was alle haben?!

"Hater" würden jetzt natürlich sagen, dass dieses Experiment nicht wirklich repräsentativ ist, da es in Panama auf einer (fast) einsamen Insel im karibischen Meer vollzogen wurde. "Mimimimimi", sage ich dazu nur.

Wer trotz der provokativen Einleitung noch die Lust verspürt mehr über unsere Zeit auf Bocas del Toro zu erfahren, darf sich nun zurücklehnen und die Augen über die nächsten Zeilen und Bilder schweifen lassen.

Unsere Tage auf der Isla Solarte sahen meistens sehr ähnlich aus. Nach einem leckeren Früchtemüsli und Toast ging es mit den Kajaks aufs Wasser. Wir paddelten um Mangroveninseln, kühlten uns im Wasser und ab und zu konnten wir kleine Delfingruppen beobachten, welche an uns vorbeizogen.



Da das Wasser spiegelglatt war, klappte auch das Stand Up Paddling recht gut, wie man auf dem Video sehen kann.

Einmal pro Woche kam dann das Lobsterboot vorbei, welches uns mit frischen bzw. lebenden Lobster versorgte. Obwohl Michael, der selbsternannte Robinson Crusoe, täglich einige Stunden am Dock oder im Kajak sass und seine Angel auswarf, blieb ihm ein grösserer Fang verwehrt. Auf Grund seines kläglichen Versagens waren wir deshalb froh, wenigstens einmal ein Meerestier auf dem Teller zu haben. Was mich jedoch mehr gefreut hat als das Lobsterboot, war das Veggieboot. Endlich konnte unser Vitaminhaushalt wieder gedeckt werden, indem der Cuba Libre mit einer Limette gepimpt und unsere Pastaspeisen mit Gemüse aufgepeppt wurden. Die restliche Zeit verbrachten wir mit baden, lesen, Schach spielen und herumliegen.




Doch wer nun denkt alles ist hier Friede, Freude, Eierkuchen, der hat sich gewaltig geschnitten. Aus dem Hinterhalt attackierten uns tagtäglich "Sandfly"-ähnliche Insekten und machten uns das Leben schwer. Obwohl wir ihnen mit Insektenspray, selbstgebastelten Zitruskerzen und Kokosnussöl den Kampf angesagt haben, waren (ohne zu übertreiben) sicher 2 Liter Blut in die Körper unserer Angreifer geflossen. Trotz des grossen Blutverlusts und den tausenden Stichwunden an unseren Körpern, entschieden wir uns die Reise fortzusetzten und uns nicht von der REGA abholen zulassen.




"Na endlich!", hiess es bei uns letzten Samstag. Die Regierung hatte beschlossen die Strände wieder zu öffnen und die Ausgangssperre am Sonntag aufzuheben. Natürlich nutzen wir diese Chance und organisierten innerhalb kürzester Zeit einen Ausflug zur Sloth Island, Coral Cay und zu guter Letzt Isla Zapatilla. Diese Natur, das klare Wasser und die Ruhe waren einfach atemberaubend und zählt mit Sicherheit zu unseren Top Destinationen auf unserer Reise. Vor allem Zapatilla hat es mir besonders angetan. Bis auf ein französisches Pärchen mit Kind, waren wir die einzigen auf der Insel und konnten es so richtig geniessen. Kokosnüsse am Boden, Palmen kreuz und quer, kristallklares Wasser und feiner Sand unter unseren Füssen. Im Schatten der Bäume und mit Blick auf den Ozean wurde uns wieder einmal wirklich bewusst, was für ein perfektes Leben wir doch führen und dass die Entscheidung während der Pandemie auf Weltreise zu gehen, absolut richtig war. Obwohl wir auf der Insel eigentlich nichts ausser unsere Fussabdrücke hinterlassen wollten, hängt jetzt an irgendeiner Mangrove Michaels Schnorchelausrüstung, wie wir später bemerkten.



Nun war der Tag gekommen, an dem wir unsere Paradies auf Solarte verlassen mussten. Da wir noch unbedingt and den Playa Estrella (Seestern Strand) wollten, beschlossen wir einen Tag auf der Hauptinsel zu verbringen und von dort aus mit dem lokalen Bus hinzufahren. Nach 2,5h warten (im Internet stand, dass die Busse im 30 Minuten Takt fahren) bliesen wir unsere Pläne ab, holten Frischkäse, Cracker und eine Flasche Wein und genossen den restlichen Nachmittag im Garten des Hostels. Da wir beide zu 100% davon überzeugt sind, irgendwann einmal hierher zurückzukommen, nahmen wir diesen "Verlust" sehr locker und freuten uns auf die nächsten Orte, die wir in Panama besuchen werden.



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